Wie schaffen Sie eine Innovationskultur, in der sich digitale und nachhaltige Transformation gegenseitig verstärken?
Transformation erfordert Lernen. Die Reise beginnt mit einem klaren Verständnis der Ausgangslage, einem gemeinsamen (unvollständigen) Zielbild und der Frage, was Menschen daran hindert, Veränderungen erfolgreich umzusetzen. Ethnografische Stakeholder-Forschung macht vorhandene Fähigkeiten, bewährte Praktiken und wirksames Führungsverhalten sichtbar. Zugleich deckt sie operative Reibungspunkte und Wertkonflikte auf, die den Weg von der strategischen Ambition zum koordinierten Handeln erschweren.
Auf dieser Grundlage können Sie klare Prioritäten setzen und Transformationsansätze auf die entscheidenden Handlungsfelder ausrichten. In Co-Creation-Prozessen werden die Erkenntnisse in praxistaugliche Interventionen und neue Arbeitsweisen übersetzt, erprobt und dauerhaft im Unternehmen verankert.
Ethnografische Stakeholder-Forschung ist besonders wertvoll, wenn anhaltende Probleme erhebliche Kosten verursachen oder neue Geschäftschancen erschlossen werden sollen. Sie hilft Führungskräften, entscheidende Fragen zu beantworten:
‚Während unser Wissen die Vergangenheit betrifft, betreffen unsere Entscheidungen die Zukunft‘ (Wilson 1975/2000). Ein frühzeitiges Verständnis alternativer Entwicklungsmöglichkeiten sowie der eigenen Vision sind für die vorausschauende Geschäftsgestaltung unerlässlich. Mit unseren Kunden analysieren wir relevante Trends und Unsicherheitsfaktoren und entwickeln schlüssige Zukunftsbilder. So erkennen wir neue Geschäftsmöglichkeiten, aber auch Risiken und robuste Maßnahmen.
Im Rahmen des europäischen Projekts IMPACT haben wir 68 Praktiken und Methoden zur Entwicklung nachhaltiger Innovationskulturen erarbeitet und im Buch „Sustainable Innovation Cultures“ dokumentiert. Viele dieser Ansätze unterstützen zugleich die digitale Transformation: Rapid Ethnography und Sensemaking helfen, die Ausgangslage zu verstehen. Envisioning und Roadmapping schaffen Orientierung und ein gemeinsames Zielbild. Human Resource Development und Managementsysteme wiederum tragen dazu bei, neue Fähigkeiten, Verhaltensweisen und Arbeitsweisen langfristig in der Organisation zu verankern. Eine Übersicht der Praktiken und Methoden finden Sie hier.
Beispielhafte Referenzen
Für ein globales Industrieunternehmen haben wir Stakeholder-Interviews mit kollaborative Workshops durchgeführt, und Erkenntnisse zu Positionierung, überregionaler Zusammenarbeit, Wissensaustausch und adaptiver Standardisierung gewonnen. Ein Ergebnis waren konkrete Interventionen, mit denen die zentrale Engineering-Funktion zu einem proaktiven Innovationspartner mit skalierbarem Geschäftsnutzen ausgestaltet wird.
Wir konnten zur Innovationskultur und digitale Transformation eines großen Energieunternehmens beitragen. Auf Basis von Stakeholder-Interviews, Methodenworkshops und Design-Sprints haben wir die Nutzererfahrung interner IT-Services neu gestaltet und Lösungen von kurzfristigen Optimierungen über Gestaltungsrichtlinien bis hin zu KI-gestützter personalisierter Betreuung entwickelt.
Zur Neuausrichtung der Innovationsstrategie eines mittelständischen Unternehmens haben wir die Geschichte, Werte und Zweck sowie die anstehenden Herausforderungen und Potenziale für die zukünftige Entwicklung des Unternehmens und seiner Marke überprüft. Ausgehend von Feldinterviews mit Vorstand und Führungskräften haben wir in einem zweitägigen Workshop die grundlegenden Werte, die Mission und zentrale Innovationsfelder neu definiert. Hauptergebnis war eine neue Innovationsstrategie mit priorisierten Potenzialen für die Entwicklung neuer Produkte, Marken und Geschäftsmodelle.
Für die Deutsche Telekom haben wir am Aufbau der Innovation Laboratories mitgewirkt und u.a. das Berliner Innovationsforum und im Interims-Management ein Team von 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zur Erforschungs und Gestaltung nutzergetriebener Innovation aufgebaut. Hier ein kleiner Film dazu: User-Driven Innovation (Youtube). In anderen Projekten haben wir Szenarien für die Automobilindustrie und zum Thema „Alternde Gesellschaft“ entwickelt.
Weiterführende Publikationen